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Rassenverzeichnis Chamaeleons

Allgemein
Die Chamäleons (Chamaeleonidae), auch Wurmzüngler genannt, sind eine Familie innerhalb der Klasse der Reptilien (Reptilia).
Chamäleons sind baum- oder strauchbewohnende und zum Teil auch erdbewohnende Echsen mit einem seitlich abgeflachten Rumpf. Sie verfügen über eine lange Schleuderzunge, mit der sie auch über größere Entfernungen ihre Beute erjagen können. Die Länge der Zunge entspricht meist in etwa der Körperlänge des Tieres. Die unabhängig voneinander beweglichen Augen ermöglichen den Tieren ein Blickfeld von 342°. Der im Ruhezustand meist eingerollte Schwanz dient den Tieren als Kletterhilfe, er kann um einen Ast gewickelt das Gewicht einiger Tiere vollständig tragen.
Derzeit sind ungefähr 160 verschiedene Arten beschrieben, die sich in zwei Unterfamilien aufteilen: Die Echten Chamäleons (Chamaeleoninae) und die Stummelschwanzchamäleons (Brookesiinae). Nahezu alle Chamäleons sind in ihren natürlichen Lebensraum gefährdet, fallen daher unter das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen und sind somit meldepflichtig.
Chamäleons kommen in Afrika, auf Madagaskar, auf den Seychellen, im Mittelmeergebiet, Arabien, Indien und Sri Lanka vor, wobei der Großteil der Arten in Afrika vorkommt. Die Tiere kommen je nach Art in Höhen von bis zu 3000 m vor.
Chamäleons ernähren sich von Insekten, größere Exemplare fressen auch kleine Wirbeltiere, genauso wie kleinere Artgenossen nicht verschmäht werden. Bei einigen Arten (Furcifer pardalis, Bradypodion fischeri, Chamaeleo jacksonii und insbesondere Chamaeleo calyptratus) wurde beobachtet, dass sie als Nahrungsergänzung auch gerne Früchte und Gemüse zu sich nehmen.
Als Echsen legen sie meist Eier, sind also ovipar. Aber es gibt auch Arten, die vollentwickelte Junge zur Welt bringen, dies nennt man ovovivipar. Ovoviviparie tritt besonders häufig bei Tieren aus sehr kühlen Lebensräumen auf, da der Boden keine ausreichend hohe Temperatur für die Entwicklung der Eier bietet.
Diese Reptilien haben eine sprichwörtliche Fähigkeit zum Farbwechsel. Dazu verwenden sie kleinste Muskeln, die darunter liegende Farbpigmente freilegen respektive überdecken können. Früher glaubte man, diese Fähigkeit sei dazu da, sich an die Umgebung anzupassen, um Räuber und Beute zu täuschen. Mittlerweile hat man aber herausgefunden, dass der Farbwechsel auf Erregungszuständen des Tieres beruht, also auf Faktoren wie Wohlbefinden, Krankheit, Angst oder Wärme. Die Färbung der Tiere dient somit vor allem der innerartlichen Kommunikation.
Für den Farbwechsel verantwortlich sind drei spezialisierte optische Hautzellentypen (Chromatophoren), die unter der Oberhaut in einigen Schichten übereinander liegen. Melanophoren, Xanthophoren (bzw. Erythrophoren) und Guanophoren enthalten Zytoplasma, in dem sich Farbstoffe befinden. Jede dieser Schichten ist für verschiedene Farben bzw. Farbzustände verantwortlich. Die oberste Schicht ermöglicht gelbe und rötliche Farbtöne. Darunter befindet sich eine Zellschicht mit schwarzen Pigmenten. Die unterste Zellschicht ist in der Lage, das einfallende Licht zu brechen, und erzeugt damit die blaue Farbe. Die meisten Arten sind allerdings nur in der Lage, ein recht begrenztes Farbspektrum zu erzeugen. Braun ist in der Palette fast aller Chamäleons enthalten, danach folgen schwarz, grün und gelb. Die Behauptung, Chamäleons könnten jede erdenkliche Farbe annehmen, kann als falsch bezeichnet werden.
Sprichwörtlich ist das Chamäleon als Begriff für Personen geworden, die es verstehen, sich jeder Umgebung anzupassen. Dieser Begriff kann sowohl positiv als auch negativ besetzt werden. In einigen Kulturen steht das Chamäleon für die Zeit, da seine Augen mit der Fähigkeit nach hinten, seitlich und nach vorn gleichzeitig zu blicken, als Symbol für die Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gelten.


Haltung
Chamäleons sind in den letzten Jahren aufgrund Ihrer Farbenpracht immer beliebter geworden. Man sollte den Haltungsaufwand für diese empfindlichen Tiere jedoch nicht unterschätzen, sie sind keinesfalls Anfängertiere. Einige Arten benötigen eine Nachtabsenkung bis auf 10 °C oder vertragen keine Temperaturen über 25 °C. Die Tiere fressen hauptsächlich Lebendfutter (einige fressen gelegentlich Pflanzenkost) und haben ein großes Frischluftbedürfnis, benötigen aber dennoch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Für Anfänger ist am ehesten Chamaleo calyptratus (Jemenchamäleon) geeignet, da diese Art wohl zu den robustesten Arten zählt.

Wildfangtiere werden häufig angeboten, gehen jedoch aufgrund von Transportstress und Krankheiten häufig nach kurzer Zeit ein. In Deutschland kann man Nachzuchten über die AG-Chamäleons erhalten.


Biodaten:
Latein:Chamaeleonidae
Farben:
Gruppe:Chamäleons
Herkunft:Madagaskar,Seychellen,Mittelmeergebiet,Arabien,Indien,Sri Lanka
Lebenserwartung:
 

 
Quelle: Wikipedia
 

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