Geierschildkroete
Allgemein
Der Carapax ist braun, grau oder schwarz. Auf ihm sind, durch die höckerartig nach hinten gezogenen Rückenschilde, drei kräftige Kiele ausgebildet. Der Hinterrand des Carapax ist grob gesägt. Als Besonderheit befindet sich bei der Geierschildkröte eine Reihe von Zwischenschildern (Supramarginale) zwischen Rippen- und Randschildern (Costale und Marginale). Dies ist bei Jungtieren ein gutes Unterscheidungsmerkmal zur Schnappschildkröte (Chelydra serpentina). Der kreuzförmige Bauchpanzer (Plastron) ist grau bis gelblich-braun. Der Kopf der Geierschildkröte ist massig und der stark hakige Oberkiefer ist schnabelartig langgezogen, was dieser Schildkröte den deutschen Namen einbrachte. Dabei sind ihre Augen seitwärts gerichtet. Kopf und Hals sind mit höckerigen, stachelartigen Tuberkeln überzogen. Der Schwanz ist im Verhältnis zum Panzer sehr lang und besitzt einen Höckerkiel auf seiner Oberseite. Die Weichteile sind grau bis bräunlich und oben dunkler als unten. Zwischen den mit kräftigen Krallen besetzten Zehen befinden sich Schwimmhäute. Eine weitere Besonderheit ist ihre Zunge. Auf ihr sitzt ein rötlicher Zungenfortsatz, der zur Jagd auf Beute eingesetzt wird. Die Männchen sind größer als die Weibchen, außerdem ist bei ihnen der Abstand von Plastronrand bis Kloakenöffnung größer. Sie erreichen eine Größe bis 90cm. Dabei können große Exemplare bis 100kg schwer werden.
Größere Gewässer, Flüsse und Seen mit weichem, schlammigem Bodengrund. Sie meidet auch kein Brackwasser.
Die Geierschildkröte ist stark an das Wasser gebunden und verlässt es eigentlich nur zur Eiablage. Sie liegt mit geöffnetem Rachen am Bodengrund im Schlamm versunken und bewegt den rötlichen Zungenfortsatz. Durch diesen werden Fische angelockt, die versuchen den vermeintlichen Wurm zu schnappen. Die Schildkröte wiederum schnappt nach dem Fisch, sobald er in ihr Maul geschwommen ist. Außerdem erbeutet sie Wasservögel, Frösche, Schlangen, kleinere Schildkröten, Schnecken und Würmer. Die Tiere paaren sich von Februar bis April. Die 10 bis 50 Eier werden dann im April bis Juni abgelegt. Sie sind ungefähr 35 bis 45mm groß und benötigen 100 bis 110 Tage zum Schlupf.
Entsprechend ihrer enormen Größe sollten die Haltungsbehälter sehr groß gewählt werden. In geräumigen Anlagen ist auch eine Gruppenhaltung möglich. Die Wassertemperatur sollte 22 bis 26°C betragen. Das Becken sollte gemäß ihrer Lebensweise strukturiert sein. Im Sommer ist die Freilandhaltung zu empfehlen, wobei die Anlagen gut gesichert sein sollten, denn diese Schildkröte ist sehr bissig und kann somit erhebliche Verletzungen verursachen. Voraussetzung zur Nachzucht ist eine winterliche Ruhephase von 2 Monaten bei ca. 15°C. Die Zeitigung der Eier bei 25 bis 29°C dauert 80 bis 115 Tage.
