Gelbwangen Schmuckschildkroete
Allgemein
Die Gelbwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta) ist eine sehr bekannte Schildkröten-Unterart und gilt in weiten Teilen der Welt als "die typische Wasserschildkröte", da man Schlüpflinge dieser Tiere in großer Zahl im Zoohandel antrifft, die größtenteils aus amerikanischen Zuchtfarmen stammen. Aufgrund von Importbeschränkungen wurde die vormals häufig gehandelte Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) vom Markt verdrängt.
Die Gelbwangen-Schmuckschildkröte stammt aus ruhigen Gewässern der USA zwischen Südost-Virginia und dem nördlichen Florida.
An den Seiten des Kopfes hat diese Unterart der Trachemys scripta scripta einen auffälligen gelben Fleck auf der grünen bis olivfarbenen Haut. Der ovale grünliche bis bräunliche Rückenpanzer (Carapax) mit flachem Kiel hat einen breiten gelben Streifen auf jedem Pleuralschild. Der Bauchpanzer (Plastron) ist gelb. In einigen Fällen kommen dort Muster nur auf den vordersten Schilden vor.
Die Gelbwangen-Schmuckschildkröte ist in fast allen Gewässertypen anzutreffen, sie bevorzugt aber ruhige Gewässer. Da sie in Deutschland des Klimas wegen überwintern kann, redet man am Rhein schon fast von einer Plage ausgesetzter Schmuckschildkröten. Dies stellt ein großes Problem für unsere Flora und Fauna da, da die "Räuber" nichts verschonen. Jeder, der sich ein solches Tier zulegt, sollte die Größe und das Alter der Tiere bedenken. Eine Freilandüberwinterung kann für viele Tiere tödlich enden. Eine kontrollierte Überwinterung im Haus ist vorzuziehen.
Adulte Schmuckschildkröten Männchen werden um die 15 cm, Weibchen erreichen schon mal eine Größe von bis zu 25 cm, es gibt aber auch noch größere Exemplare, die sogar bis zu über 30 cm groß werden können. Jungtiere, die man in Zoofachgeschäften sieht sind meist nur 3 oder 4 cm, aber man glaubt kaum, was für große Tiere aus ihnen werden können! Deswegen werden einige Tiere, die zu groß geworden sind, von verantwortungslosen Haltern ausgesetzt.
Neben dem für Schildkröten typischen primären Geschlechtsmerkmal der unterschiedlichen Position der Kloake, die bei Männchen an dem sowieso schon wesentlich längerem Schwanz weiter hinten sitzt als bei Weibchen, fallen bei Schmuckschildkröten besonders die sehr langen Krallen an den Vordergliedmaßen der Männchen auf.
Auffallend ist das häufige Auftreten von Melanismus bei älteren Männchen.
Mangels genauerer Statistiken kann man aufgrund von Beobachtungen einzelner Tiere in Gefangenschaft davon ausgehen, dass Schmuckschildkröten zwischen 30 und 35 Jahre alt werden können.
Ihre Lebensweise ähnelt der aller Schildkröten (vgl. dort). Den Tag verbringen sie mit der Nahrungssuche und dem Sonnen zur Regulierung ihrer Körpertemperatur. Sobald die Temperaturen dauerhaft unter 15 °C bleiben, beginnen die Tiere zu überwintern.
Junge Gelbwangen-Schmuckschildkröte sind Gemischtköstler, nehmen also tierische und pflanzliche Nahrung zu sich, je älter sie werden desto mehr pflanzliche Nahrung nehmen sie auf. Die Ernährung kann ähnlich wie bei der Rotwangen-Schmuckschildkröte gestaltet werden.
Im Herbst und im Frühjahr suchen sich die Männchen und Weibchen zur Begattung auf. Nach einer erfolgreichen Befruchtung bleiben die Weibchen für mehrere Jahre fruchtbar. Weichschalige Eier legen sie ab dem Frühjahr in oft vier Gelegen pro Jahr mit jeweils artabhängig um die vier Eier. Präferierte Eiablagestellen sind sonnige Uferzonen mit leicht sandigem Grund gut oberhalb der Wasseroberfläche. Das trächtige Weibchen sucht diese Stellen früh morgens oder bei Einbruch der Dunkelheit zur Oviposition (Eiablage) auf. Dort gräbt sie eine flaschenförmige Grube, die sie nach der Eiablange sorgfältig verschließt, so dass sie von der Umgebung nicht mehr zu unterscheiden ist. Die Eier werden rund drei Monate lang inkubiert. Das Geschlecht der Jungtiere ist von der Inkubationstemperatur abhängig.
Haltung
Neben den für alle Schildkröten geltenden Grundlagen (vgl. dort), gilt es bei Schmuckschildkröten in erster Linie eine äußerst gute Wasserqualität mit viel Bewegungsraum sowie helles Licht von mindestens 7.000 Lux zu gewährleisten. Ebenso müssen die Jahreszeiten simuliert werden, soll heißen, eine zwei- bis dreimonatige Winterruhe oder zumindest eine verkürzte Aktivitätsphase sollte bei gesunden Schildkröten unbedingt eingehalten werden. Jungtiere sind dabei nicht anders als zu behandeln als Adulti, finden sie in der Natur doch auch keine abweichenden Bedingungen vor. Eine Eiablagemöglichkeit muss für Weibchen auch dann vorgesehen sein, wenn keine Zucht angestrebt wird, da auch unbefruchtete Eier gelegt werden und es ohne einem geeignetem Eiablageplatz zu Legenot kommen kann.
