Kapuas Schlammschlange
Allgemein
Die Kapuas-Schlammschlange ist eine Schlangenart, die sich - aufgrund ihrer Fähigkeit die Farbe für die Beutejagt an die Umgebung anzupassen - von allen anderen Reptilien hervorhebt.
Die Kapuas-Schlammschlange, eine wahrscheinlich zu den Giftnattern gehörende Schlange, wurde im Jahr 2005 von Mark Auliya, einem Mitarbeiter des Zoologischen Forschungsinstituts und Museums Alexander Koenig in Bonn, auf Borneo in der Gegend des Kapuaflusses entdeckt. Der Zoologe fing das eher rotbraun gefärbte Tier ein und bewahrte es zum Transport in einem verschließbaren Eimer auf. Als er es dem Eimer wieder entnehmen wollte, stellte er mit großem Erstaunen fest, dass sich das Tier verfärbt hatte und nun weiß war. Ansonsten zeichnete sich das etwa halbmeter lange gefangene Individuum durch keine weiteren Besonderheiten aus.
Obwohl einige Medien von der Entdeckung berichteten gibt es nur sehr wenig Fachliteratur - weitere Details zur Kapuas-Schlammschlange stehen wohl noch zur Veröffentlichung an.
Inzwischen ist sichergestellt, dass es sich bei dieser Schlange um eine neue Art handelt, die vermutlich nur im genannten Lebensraum, also endemisch, vorkommt. Es bleibt aber fraglich, aus welchem Grund sich diese Schlange verfärben kann. Bei anderen Tieren, die sich mit Hilfe der sogenannten Chromatophoren, farbigen Zellen in der Haut, die durch Muskulatur kontrolliert werden, verfärben, machen dies z. B. zur Tarnung (z. B. Chamäleons), zur Wärmeaufnahme (z. B. Agamen) oder auch zur Darstellung ihres Gemütszustandes (z. B. Kraken). Bei Schlangen wurde diese Phänomen jedoch bisher nicht oder äußerst selten beobachtet, was die Kapuas-Schlammschlange ziemlich einzigartig macht. Es wird vermutet, dass dieser Farbwechseltrick bei der Jagd eingesetzt wird und der Schlange so einen selektiven Vorteil verschafft.
