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Rassenverzeichnis Pracht Erdschildkroete

Allgemein
Die Pracht-Erdschildkröte (Rhinoclemmys pulcherrima = "Die Herrlichste" / "Die Prächtigste"= - auch Bunte Erdschildkröte genannt, ist vom äußersten Süden der USA bis hin nach Mittelamerika im Nordwesten von Costa Rica beheimatet. Obwohl die Gattung der Amerikanischen Erdschildkröten in der Neuen Welt lebt, gehören sie innerhalb der Systematik der Schildkröten zur Familie der Altwelt-Sumpfschildkröten.

Die Art der Pracht-Erdschildkröten umfasst vier Unterarten:

* Sonora-Pracht-Erdschildkröte (Rhinoclemmys pulcherrima rogerbabouri)
* Guerrero-Pracht-Erdschildkröte (Rhinoclemmys pulcherrima pulcherrima)
* Chiapas-Pracht-Erdschildkröte (Rhinoclemmys pulcherrima incisa)
* Costa-Rica-Pracht-Erdschildkröte (Rhinoclemmys pulcherrima manni)

Rhinoclemmys pulcherrima [Bearbeiten]

Die Nominatform ist an der doppelten Namensbezeichnung: pulcherrima pulcherrima zu erkennen. Tiere einer Unterart, welche erstmalig durch die Wissenschaft beschrieben werden, erhalten den Namen der Art doppelt.

Merkmale [Bearbeiten]

Die Pracht-Erdschildkröten erreichen eine Größe von ca. 20 cm (Panzerlänge) und ein Gewicht von ca. 500 g bei den Weibchen. Die Männchen sind etwas kleiner, haben jedoch einen längeren Schwanz, ihre Kloake ist weiter zum Schwanzende hin verschoben als bei den Weibchen. Die Geschlechtsmerkmale sind in jungen Jahren jedoch nur sehr schwer zu unterscheiden.

Der Panzer hat eine erdbraune bis braun-graue Grundfärbung und ist je nach Unterart stärker oder schwächer mit roten, gelben und schwarzen Linien und Flecken gezeichnet. Die Schildkröten tragen diese auch an Kopf, Hals und Extremitäten. Die Grundfärbung der Haut reicht vom Farbton des Panzers bis hin zu einem bräunlichen Grün und Gelb.

Die vier Unterarten sind an der Zeichnung des Rückenpanzers (Carapax), des Bauchpanzers (Plastron) sowie an der Zeichnung um Augen, Maul und Nase zu unterscheiden.

Rhinoclemmys pulcherrima rogerbabouri - Sonora-Pracht-Erdschildkröte [Bearbeiten]

Der Rückenpanzer der Sonora-Pracht-Erdschildkröte weist eine dunkelbraune Färbung auf. Die Schildkröte ist etwas breiter und flacher als Vertreter der Unterarten manni und incisa. Die schwarze Linie auf dem Bauchpanzer nimmt mehr als die Hälfte der Fläche ein und ist nicht scharf begrenzt.

Rhinoclemmys pulcherrima pulcherrima - Guerrero-Pracht-Erdschildkröte [Bearbeiten]

Die Guerrero-Pracht-Erdschildkröte weist einen braun-grauen Rückenpanzer auf. Vereinzelt sind schwarze Flecken / Linien zu erkennen - i.d.R. gibt es pro Schild einen mittig angeordneten schwach sichtbaren verschiedenfarbigen Fleck (schwarz, gelb, rot).

Rhinoclemmys pulcherrima incisa - Chiapas-Pracht-Erdschildkröte [Bearbeiten]

Die Chiapas-Pracht-Erdschildkröte - manchmal auch als Guatemala-Pracht-Erdschildkröte bezeichnet - hat eher einen einheitlich braun gefärbten Rückenpanzer. Eventuelle Linien und Flecken sind kaum bis gar nicht vorhanden. Das rot-gelb-schwarze Farbspektrum ist eher noch an den Panzerrändern erkennbar. Die schwarze Linie auf dem Bauchpanzer ist breiter als bei der Schwester aus Costa-Rica, und nicht so scharf begrenzt. Um Maul und Augen sind die roten Linien durch schmalere, sehr feine schwarze Linien umrandet.
Rhinoclemmys pulcherrima manni - Costa-Rica-Pracht-Erdschildkröte [Bearbeiten]

Die Costa-Rica-Pracht-Erdschildkröte weist so genannte Ozellen auf dem Rückenpanzer auf. Der Begriff ist aus der Insektenwelt entlehnt und bezeichnet sinnbildlich die kreisähnlichen, augenförmigen Linien und Punkte, meist mit schwarzer Rahmung. Auf dem Bauchpanzer befindet sich mittig eine schmale (? 25 % Breite des Plastrons), schwarze eher scharf begrenzte Linie. Maul, Augen und Hals sind mit roten (seltener gelben) Linien umgeben. Diese wiederum werden durch schwarze Linien umrandet, welche etwas stärker als bei der Incisa ausgeprägt sind.

Da die Schildkröten von den USA bis Costa Rica in vielen unterschiedlichen Vegetationszonen zu Hause sind, existiert über die Unterarten hinweg eine farb- und formliche Vielgestaltigkeit. Bei der Manni und Incisa kommt es insbesondere in der Gegend um die großen Süßwasserseen in Nicaragua zu Übergangsformen der beiden Unterarten.

Die Angaben hier dienen damit lediglich als Orientierungshilfe. Nicht unwahrscheinlich, dass in naher Zukunft weitere Unterarten zu beschreiben sind.

Verbreitung und Lebensraum [Bearbeiten]

Die Pracht-Erdschildkröten leben in den südlichen USA (Arizona), einzelnen Bundesstaaten in Mexiko (Sonora, Colima, Guerrero, Oaxaca, Chiapas), in Guatemala, Honduras, Nicaragua bis hin zum nordwestlichen Costa Rica. Sie bewohnen immer den zum Pazifik liegen den Landesteil, oft nur auf einem nicht mehr als 50 km breiten, küstennahen Streifen ins Landesinnere.

Die Heimat der Pracht-Erdschildkröten sind die (Trocken-)Wälder und Sümpfe. Man findet sie auch in wüstenartigen Zonen, dort jedoch vorzugsweise an den wenigen feuchteren Stellen. Im trockeneren Umfeld gräbt sich die Schildkröte gerne in den Boden ein. Das bietet ihr Schutz vor Fressfeinden, vor zu hohen Temperaturen und Austrocknung. Insekten und Würmer, die in dieser Situation vor ihr Maul geraten, haben keine Chance und werden gefressen. Schildkröten haben zwar die Langsamkeit auf dieser Welt gepachtet, im Notfall und beim Fressen können sie jedoch ein erstaunliches Tempo vorlegen.

Von Nord nach Süd [Bearbeiten]

* Rhinoclemmys pulcherrima rogerbabouri: Arizona (USA), Mexiko, Bundesstaaten: Sonora und Colima
* Rhinoclemmys pulcherrima pulcherrima: Mexiko, Bundesstaaten: Guerrero, Oaxaca
* Rhinoclemmys pulcherrima incisa: Mexiko, Bundesstaaten: Oaxaca, Chiapas; Guatemala (50 km breiter Streifen am Pazifik), El Salvador, Honduras (bis auf einen 50-km-Streifen an der Atlantikküste das ganze Land), Nicaragua (Gebiete zwischen Pazifikseite bis zu den beiden großen Seen (Managua-See, Nicaragua-See))
* Rhinoclemmys pulcherrima manni: Nicaragua: südwestlich des Nicaragua-Sees, Costa Rica: äußerster Nordwesten auf einem Streifen von ca. (200 * 60) km / Halbinsel Nicoya.


Haltung
Die Manni und die Incisa wurden in den letzten Jahren zu beliebten Tieren für die Terrarienhaltung. Man findet diese beiden Unterarten häufig in Zoohandlungen. Beim Kauf sollte man sicherstellen, dass es sich um eine Nachzucht handelt. Wildfänge überleben in privater Haltung das erste Jahr im Allgemeinen nicht.

Die Schildkröten fressen fast alles was mit der Nase für gut befunden wird, sowohl Grünpflanzen (Salate, Kräuter, Gräser) Obst und Gemüse als auch Würmer und Insekten. Potenzielles Futter wird ausgiebig und ggf. lange berochen. Dazu nimmt die Schildkröte in gesicherter Position vor der potenziellen Speise Platz und fährt vielfach hintereinander ihren Hals weit aus dem Panzer möglichst nahe an das Futter heran und wieder zurück. Schildkröten haben eine exzellente Nase und gute Augen. Bevorzugt werden Speisen, welche ein nicht allzu festes Äußeres aufweisen. In der Terrarienhaltung gelten Regenwürmer und Bananen als absolute Leibspeise. Aber vorsicht! Auch bei Schildkröten gilt: Was schmeckt, macht (oft) auch dick! Das ist für tödlich für jemanden, welcher zeitlebens in einer knöchernen Rüstung steckt!

In Gefangenschaft werden die Tiere bei guter Pflege ohne weiteres 12 Jahre und mehr alt. In einigen Zoos existier(t)en Exemplare mit einem Lebensalter von ? 21 Jahren.

Von den vier Unterarten ist die Incisa die Wasserliebenste. In Terrarienhaltung benötigt sie einen möglichst großen Wassertopf oder noch besser einen beständigen Wasserteil im Terrarium. Spezialität dieser Schildkröte ist es jedoch, sich möglichst viel Schlamm und Erde auf den Rücken zu packen und damit Baden zu gehen. Ein Filter im Wasserbecken hat keine Chance seine Arbeit zu tun. Tägliche Wasserwechsel sind unumgänglich. Die Incisa fühlt sich dann besonders wohl, wenn sie mit dem ganzen Panzer im Wasser untertauchen kann, die Manni dagegen kommt auch mit etwas weniger Wassertiefe zurecht.


Biodaten:
Latein:Rhinoclemmys pulcherrima
Farben:Erdbraun
Gruppe:Altwelt-Sumpfschildkröten (Geoemydidae)
Herkunft:USA, Mittelamerika
Lebenserwartung:
 

 
Quelle: Wikipedia
 

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