Strumpfbandnattern
Allgemein
Strumpfbandnattern (Thamnophis) ist der Gattungsname einer Vielzahl von amerikanischen Schlangenarten. Sie zeichnen sich durch vielfältige Farbvariationen aus. Allen gemeinsam sind die meistens hell abgesetzten Rücken- und Seitenstreifen, denen sie den Namen "Strumpfbandnattern" verdanken.
Weibliche Strumpfbandnattern werden meist einen Meter lang, manchmal 1,20 m. Männchen erreichen selten eine Länge von mehr als 60 cm.
Die Paarung erfolgt bei den meisten Arten bereits im Frühjahr, bei einigen auch im Sommer. Anders als die meisten Schlangen sind Strumpfbandnattern lebendgebärend (ovovivipar). Die Jungtiere sind bei der Eiablage bereits voll ausgebildet und nur noch von einer dünnen, durchsichtigen Eihülle umgeben. Diese Hülle muss während oder direkt nach der Geburt von den Jungtieren durchstoßen werden, da sie sonst ersticken. Ein Strumpfbandnattern-Wurf umfasst in der Regel fünf bis 20 Jungtiere. In Einzelfällen wurden allerdings auch schon Wurfgrößen von mehr als 80 Jungtieren beobachtet.
Strumpfbandnattern sind bei Freunden der Terraristik bekannt und beliebt, da die meisten Arten tagaktiv und neugierig sind sowie im Terrarium ein Alter von zwölf Jahren und mehr erreichen können. Sie gelten als relativ einfach zu haltende Schlangen und werden unter Schlangenliebhabern oft als "Einsteigertiere" empfohlen. Dies gilt aber nicht für alle Arten der Strumpfbandnattern gleichermaßen.
Europäische Zuchtprogramme privater Liebhaber wollen dabei helfen, die Zahl der Wildfangexporte nach Europa zu verringern.
In der Natur haben Strumpfbandnattern ein sehr breites Beutespektrum. Sie ernähren sich von Regenwürmern, Egeln, Nacktschnecken, Amphibien und deren Kaulquappen, kleinen Nagern und sogar Jungvögeln.
Im Terrarium werden Strumpfbandnattern sowohl mit aufgetauten Nagern (nestjungen Mäusen und später auch Ratten) als auch mit Fischen (vorwiegend Stint) gefüttert. Die Diskussion um beide Futtervarianten ist in Fachkreisen kontrovers und nicht abschließend geklärt. Mit beiden Fütterungsmethoden sind diverse Züchter über Jahre hinweg erfolgreich. Bekannt ist, dass bei einer überwiegenden oder ausschließlichen Fütterung mit Stint regelmäßig Vitamin B1 (Thiamin) zugegeben werden muss, um eine Vitamin-B Mangelerkrankung (Thiamin-Hypovitaminose) zu vermeiden. Bei der ausschließlichen Verwendung von nestjungen Mäusen sollte der geringe Kalzium-Gehalt dieser bedacht werden, der vor allem in der Wachstumsphase junger Schlangen eventuell kompensiert werden sollte.
Der natürliche Lebensraum der Strumpfbandnattern erstreckt sich von Kanada und den USA bis in Teile Mittelamerikas.
Sie gehören zur Unterfamilie der Wassernattern (Natricinae). Die meisten Arten sind folglich in der Nähe von Gewässern zu finden.
Obwohl die Gattung eine der gängigsten Schlangen in Amerika darstellt, sind einige Arten und Unterarten der Strumpfbandnatter vom Aussterben bedroht und stehen unter besonderem Artenschutz.
Die Gattung Strumpfbandnattern wird in 34 Arten eingeteilt. Jedoch verändern sich durch neue Funde und durch genetische Untersuchungen die Zuweisungen zu Arten und Unterarten bis heute fortlaufend.
* Thamnophis atratus
* Thamnophis bogerti
* Kurzkopf-Strumpfbandnatter (T. brachystoma)
* Butlers Strumpfbandnatter (T. butleri)
* Goldkopf-Strumpfbandnatter (T. chrysocephalus)
* Thamnophis conanti
* Couchs Strumpfbandnatter (T. couchii)
* Schwarznacken-Strumpfbandnatter (T. cyrtopsis)
* Bergstrumpfbandnatter (T. elegans)
* Mexikanische Strumpfbandnatter (T. eques)
* Mexikanische Wandernde Strumpfbandnatter (T. errans)
* Zwerg-Strumpfbandnatter (T. exsul)
* Guatemala-Strumpfbandnatter (T. fulvus)
* Riesen-Strumpfbandnatter (T. gigas)
* Godmans Strumpfbandnatter (T. godmani)
* Zweistreifen-Strumpfbandnatter (T. hammondii)
* Thamnophis lineri
* Karierte Strumpfbandnatter (T. marcianus)
* Mexikanische Schwarzbauch-Strumpfbandnatter (T. melanogaster)
* Mexikanische Berg-Strumpfbandnatter (T. mendax)
* Durango-Strumpfbandnatter (T. nigronuchalis)
* Nordwestliche Strumpfbandnatter (T. ordinoides)
* Mexikanische Tiefland-Strumpfbandnatter (T. postremus)
* Westliche Bändernatter (T. proximus)
* Gelbhals-Strumpfbandnatter (T. pulchrilatus)
* Prärie-Strumpfbandnatter (T. radix)
* Rossmans Strumpfbandnatter (T. rossmani)
* Rotpunkt-Strumpfbandnatter (T. rufipunctatus)
* Östliche Bändernatter (T. sauritus)
* Treppen-Strumpfbandnatter (T. scalaris)
* Mexikanische Hochland-Strumpfbandnatter (T. scaliger)
* Gewöhnliche Strumpfbandnatter (T. sirtalis)
* Sattelflecken-Strumpfbandnatter (T. sumichrasti)
* Mexikanische Westküsten-Strumpfbandnatter (T. validus)
