Trugnattern
Allgemein
Zur Unterfamilie der Trugnattern (Boiginae) zählt man Nattern (Colubridae), die im hinteren Bereich ihres Kiefers über Giftzähne verfügen, mit deren Hilfe Bisswunden erzeugt werden, sodass giftige Sekrete aus dem Speichel der Schlange in den Körper der Beute gelangen können. Bei dieser Art der Bezahnung spricht man von opistoglyphen Giftzähnen. Allerdings sind diese Gifte meistens ziemlich schwach und nur drei der über hundert Trugnatternarten, die Boomslang, die Lianennatter und die Vogelnatter, verfügen über ein ausreichendes Sekret, um den Menschen lebensgefährlich vergiften zu können. Hauptsächlich treten hierbei starke innere Blutungen auf. Für Vogel- und Lianennatter existieren keine Antiseren.
Auf Grund der wegen des kurzen Kopfes weit vorne stehenden Zähne und des wirksamen Giftes zählt die weit verbreitete Boomslang allerdings zu den gefürchtetsten Schlangen Afrikas. Weitere bekannte Trugnattern sind die Erdspitznatter und die Mangroven-Nachtbaumnatter. Obwohl auch die Ringelnatter (Natrix natrix) über ein sehr schwaches Gift verfügt, ist sie auf Grund der fehlenden Giftzähne keine Trugnatter.
