Westliche Sandboa
Allgemein
Die Westliche Sandboa (Eryx jaculus) gehört trotz ihrer geringen Größe zu den Riesenschlangen. Es gibt drei Unterarten:
* E. j. familaris
* E. j. jaculus (Nominatform)
* E. j. turcicus
andere beschriebene Unterarten wurden mit E.j. familaris synomisiert.
Die Tiere kommen im südlichen Europa (Bulgarien, Griechenland), Asien (Türkei, Georgien, Afghanistan) und in Nord-Afrika (Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Iran, Irak) vor. Lebensraum sind trockene Gebiete mit lockeren Sandschichten. Leer stehende Nagerbauten werden übermommen, wobei auch eigene Gänge gebaut werden.
Im weiblichen Geschlecht werden die Tiere etwa 46-71 cm groß und im männlichen Geschlecht 30-46 cm. Die Art ist im Washingtoner-Artenschutz-Abkommen im Anhang II und im Anhang A der EU-Artenschutzverordnung aufgelistet. Das heißt, dass die Tiere nicht der Natur entnommen werden dürfen. Besitzer dieser Tiere müssen eine Herkunftsbescheinigung (CITES) vorweisen können.
Die westliche Sandboa hat eine gelbe bis hellbraune Grundfärbung, mit braunen bis schwarzen unregelmäßigen Flecken und Bändern. Der Körperbau ist gedrungen. Der Schwanz ist eher kurz, etwa sieben bis zehn Prozent der Körperlänge. Auffallend ist der Grabeschild an der Kopfspitze. Dies sind verlängerte Schuppen an der Schnauze, die auf die grabende Lebensweide hindeuten.
Gefressen wird alles, was die Schlange überwältigen kann, bis zum Doppelten des eigenen Körperumfangs, wie z.B. kleine Säugetiere (Nager) und kleine Echsen.
Ein Weibchen paart sich ab Ende März mit mehreren Männchen. Nach einer Tragezeit von etwa 4 Monaten gebärt das Muttertier lebende Jungtiere. Das bedeute, dass die Eier durch die Mutter im eigenen Körper ausgebrütet werden. Die Eier haben keine feste Schale. Die Jungtiere kommen in transparenten Eihüllen zur Welt, welche dann durchstoßen wird.
Die westliche Sandboa hält eine Winterruhe von Mitte November bis etwa Anfang März. Diese wird im eigenen Bau verbracht.
In den heimischen Terrarien werden diese Tiere selten gehalten und deshalb auch selten nachgezüchtet. In Deutschland schätzt man etwa 5 Zuchtpaare und deren Nachkommen. Viele Terrarientiere wurden der Natur entnommen.
