Inhaltsverzeichnis
Gleich auf Seite 3, direkt nach dem Impressum, erwartet uns das Inhaltsverzeichnis, das im Groben folgendermaßen aussieht:
* Einführung
* Größe und Geschlechtsunterschiede
* Verbreitung und Lebensweise
* Pflege im Terrarium (mit 8 Unterpunkten)
* Zucht (mit 6 Unterpunkten)
* Erkrankungen (mit 4 Unterpunkten)
* Danksagung
* Literatur
* Erklärung einiger Fachausdrücke
Es lässt sich also sagen, dass die Gliederung des Buches sehr hilfreich und übersichtlich gestaltet ist. Sucht man eine ganz bestimmte Information, kann gewährleistet werden, dass man sie relativ schnell findet.Die folgenden Kapitel meines Berichtes befassen sich mit dem Inhalt der einzelnen Gliederungspunkte im Buch, positiver und negativer Kritik der Informationen. Zum Ende gibt es ein Fazit.
Inhalt
Einführung
Die Einführung umfasst nur eine Seite. Hier wird im Groben erläutert, was es für einen (werdenden) Terrarianer bedeutet, wenn er sich einen Grünen Leguan anschafft. Größe und Alter der Tiere werden kurz angesprochen, und es bleibt auch nicht unerwähnt, wie folgenschwer eine falsche Haltung dieser Großechse sein kann. Am Schluss finden wir den Buchrückentext mit dem Verweis auf das Fachbuch noch einmal. Überdies ist die Einleitung mit einem schicken Iguana-Männchen verziert, das auf einem Ast hockt und die Zunge herausstreckt.
Größe und Geschlechtsunterschiede
Dieses Kapitel ist reich bebildert. Am Anfang wird die durchschnittliche Größe des Grünen Leguans erklärt, im Anschluss sehen wir zum Teil detailreiche Makroaufnahmen von Leguankörperteilen, die zur Geschlechtsbestimmung wichtig sind. Jedes wichtige Geschlechtsmerkmal, das der Unterscheidung von Männchen und Weibchen dient, ist hier anhand einer Fotoaufnahme veranschaulicht und erklärt. Gleich danach geht es auch schon weiter mit
Verbreitung und Lebensweise
der Grünen Leguane. Die folgenden drei Seiten bestehen hauptsächlich aus Bildern, Tabellen und geographischem Kartenmaterial. Das ist auch ziemlich sinnvoll, wenn es um die Verbreitungsgebiete geht. Neben einer Klimatabelle von Managua, Nicaragua, einem Niederschlagsdiagramm zur Verdeutlichung von Regen- und Trockenperioden im natürlichen Habitat der Tiere und einer Karte von Süd- und Mittelamerika finden wir außerdem noch ein recht hübsches, großes Foto eines Grünen Leguans an einem Flussufer. Auf der nächstes Seite gibt es dann gleich noch ein Foto von einem Leguan auf einem großen Baum. Aha, Leguane leben also am Wasser und auf Bäumen. Und genau steht dann auch ausführlicher noch einmal im Text. Gleich darauf beginnt das große Kapitel über die
Pflege im Terrarium
Hier wird gleich zu Beginn angemerkt, dass der Grüne Leguan ein recht geräumiges Terrarium von 200x200x200cm benötigt. Außerdem finden die Punkte Alter der Tiere, Arbeitsaufwand, Urlaubsvertretung und Einzelhaltung Platz auf dieser Seite. Es ist also eine grobe Übersicht darüber, was man sich vor der Anschaffung eines solchen Tieres gut überlegen sollte. Im Folgenden werden noch Tipps gegeben, die den Import der Tiere betreffen (Was habe bezüglich Ein- und Ausfuhrgenehmigungen zu beachten? usw.) und deren Eingewöhnungs- und Quarantänezeit im Terrarium. Nebst ausführlicher Erläuterungen findet sich auf diesen Seiten eine Fotografie von ungefähr 20 Jungtiere, die aneinander gekuschelt auf einem Ast liegen und vermutlich jeden Reptilienliebhaber zu einem tiefseufzenden "Aaaawwww" verleiten. Die nächsten Seiten beschäftigen sich mit der Vergesellschaftung der Grünen Leguane untereinander und bieten ausführliche Informationen zur Besatzdichte der Gruppe im Terrarium und zur Sozialisierung der Iguanas mit anderen Arten (z.B Schildkröten).Das folgende Kapitel ist besonders interessant, hier finden sich Hinweise zur Zähmung der Grünen Leguane, die auch wieder reich bebildert sind. Die Tipps, die hier gegeben werden, sind ausnahmslos sehr hilfreich und haben bei mir auch schon Erfolge gezeigt.
Im nächsten Teil der Abhandlung beschäftigt sich der Autor eingehend mit der Thematik des Terrariums. Standort, Größe, Einrichtung, Beleuchtung, Beheizung, Beregnung, Bau des Terrariums und Freilandhaltung werden hier recht detailliert dargestellt und teilweise auch anhand von Illustrationen erläutert. Ich persönlich finde die technischen Zeichnungen zum Terrarienbau aber eher wenig hilfreich. Die Zeichnungen sind sehr speziell und meines Erachtens nach nicht allgemein genug. Um sich halbwegs ein Bild von der Terrarienkonstruktion zu machen, reichen sie aus, als konkrete Anleitung sind sie aber eher nicht zu gebrauchen. Auch der Bereich der Beleuchtung ist meiner Meinung nach im Buch nicht optimal gestaltet. Konkrete Beleuchtung wird nicht angesprochen, es ist als erforderlich, dass der Leser sich selbst informiert, welche Lampe er für UV-Versorgung, Helligkeit und Wärme nutzen muss. Das ganze Kapitel ist auch wieder reich mit Bildern und Fotos geschmückt und gibt zum Teil sehr schöne Anregungen zum Terrarienbau und zur Einrichtung. Der darauffolgende Teil befasst sich noch einmal eingehend mit den Risiken einer Zimmerhaltung und zeigt auf, welche gesundheitlichen Schäden der Grüne Leguan davon tragen kann, wenn er außerhalb eines Terrariums in unvorteilhaften Klimaverhältnissen gehalten wird.
Eines der wichtigsten Kapitel folgt jetzt: es beschäftigt sich mit der Thematik der Ernährung. Nebst einigen bunten Bildern wird hier ein konkreter Futterplan dargelegt, der exakt den Bedürfnissen des vegetarischen Reptils entsprechen soll. Leider sind die Angaben bereits veraltet (das Buch stammt aus dem Jahr 2001) und vom Autor selbst schon wieder revidiert worden. Beispielsweise stehen auf der Futterliste im Buch noch Hafer- und Hefeflocken, die nach aktuellen Erkenntnissen keinesfalls mehr gefüttert werden sollten, da sie zu viel Eiweiß enthalten und zu Organschäden führen können. Auch die vermeintliche Tatsache, dass Jungleguane und trächtige Weibchen tierisches Eiweiß in Form von Insekten oder Fleisch benötigen würden, ist von Experten (unter anderem vom Autor selbst) bereits falsifiziert worden. Selbst in den vom Autor verzeichneten Ausnahmefällen, soll Leguanen kein tierisches Eiweiß mehr zugeführt werden, da der Schaden, den er davon trägt, erheblich größer ist, als der Nutzen. Auch die empfohlenen Vitamin-Präparate für Grüne Leguane sind längst nicht mehr aktuell. Leguan-Experten haben sich bereits vor Jahren allesamt auf die Verwendung von Korvimin ZVT + Reptil (welches im Buch auch erwähnt wird) berufen, welches sich seit Jahren bewährt. Im Folgenden geht Köhler noch auf das im Zoohandel zu erwerbende Fertig(-trocken-)futter für Leguane ein, von dem er strikt abrät, sowie auf schädliche Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzen und die Lebenserwartung eines Grünen Leguans im Terrarium. Die Tabelle, die das Calcium-Phosphor-Verhältnis verschiedener Futterpflanzen zeigt, erweist sich als sehr hilfreiche Übersicht und Richtlinie für die Ernährung der Iguanas.
Das fünfte Kapitel des Taschenbuches beschäftigt sich mit der
Zucht
von Grünen Leguanen. Neben Erläuterungen von erfolgreicher Verpaarung, Eiablage und Inkubation (Ausbrüten) der Eier finde sich auch hier wieder wunderschöne Fotos von adulten Leguan-Pärchen, eierlegenden Leguandamen und etlichen schlüpfenden und frisch geschlüpften Jungtieren - also den obligatorischen "Aaaaawwww"-Bildern. Zur Zucht selbst kann ich nicht wirklich viel sagen, da mir auf diesem Gebiet noch die Erfahrung fehlt. Die Hinweise klingen aber alle ziemlich schlüssig und nachvollziehbar und sind anscheinend auch mehrfach verifiziert worden.
Erkrankungen
Dieses sehr wichtige Kapitel beschäftigt sich mit Endo- und Ektoparasiten beim Grünen Leguan, der Problematik der Nahrungsverweigerung (die nicht immer krankheitsbedingt sein muss), sowie diversen Stoffwechselerkrankungen (meist ernährungsbedingt) und einem Leitfaden zur ersten Hilfe bei Verletzungen. Auch dieses Kapitel ist wieder mit etlichen Bildern zur Veranschaulichung von Krankheitsbildern und einer Tabelle zum Thema Nahrungsverweigerung illustriert. Im
Schlussteil
findet sich dann noch die Danksagung, in der ich unter anderem einen Bekannten wiedergefunden habe, das Literaturverzeichnis, sowie die Erklärung einiger wichtiger Fachbegriffe aus der Herpetologie und der Leguanhaltung.
Fazit
Dieses Taschenbuch ist auf jeden Fall eine Anschaffung wert, wenn man sich auf dem Gebiet der Leguanhaltung bereits eingehend informiert hat. Es stellt eine schöne Übersicht dar, wenn man auf die Schnelle mal eine Information oder eine Fotografie sucht. Außerdem sind die Bilder zur Geschlechtsbestimmung wichtig und hilfreich. Als Anfänger, der in der Terraristik und speziell der Leguanhaltung noch nicht so bewandert ist, empfiehlt es sich, dieses Taschenbuch entweder zu meiden oder nur als Zusatz zu ausführlicherer Fachliteratur (z.B. dem großen Fachbuch von Köhler) zu kaufen.

Übernommen aus meinem eigenen Bericht auf www.ciao.de:
http://www.ciao.de/Der_grune_Leguan_im_Terrarium_Kohler_Gunther_Taschenbuch__Test_8290147



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